Welchen Energieausweis braucht Ihr Gebäude?

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Einen Energieausweis benötigt der Eigentümer nur wenn er sein Gebäude vermietet, verkauft oder verpachtet. Dann muss er den Energieausweis dem potenziellen Interessenten vorlegen, zum Beispiel im Rahmen einer Wohnungs- oder Hausbesichtigung. Eigentümer, die ihr Gebäude selbst bewohnen, benötigen keinen Energieausweis. Seit dem 1.Juli 2008 ist der Energieausweis Pflicht für Wohngebäude, die bis einschließlich 1965 gebaut wurden und ab dem 1.Januar 2009 für alle jüngeren Wohngebäude.

Für Nichtwohngebäude gilt: der Energieausweis ist seit dem 1.Juli 2009 verpflichtend bei Vermietung, Verkauf und Verpachtung.

Einem potenziellen Käufer oder Mieter ist der Energieausweis oder eine Kopie spätestens bei der Besichtigung vorzulegen und nach Abschluss des Kauf- bzw. Mietvertrags zu übergeben. Die bestehende Aushangpflicht für Energieausweise wurde erweitert. In behördlich genutzten Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr und mit einer Nutzfläche von mehr als 500 m² (ab dem 8. Juli 2015 mehr als 250 m² Nutzfläche) muss ein Energieausweis erstellt (falls noch nicht vorhanden) und ausgehängt werden.

Private Eigentümer von Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr müssen den Ausweis ab einer Nutzfläche von 500 m² aushängen, falls ein Energieausweis vorhanden ist.

Wer darf einen Energieausweis erstellen?

Die Aussteller von Energieausweisen müssen eine „baunahe“ Ausbildung als Eingangsqualifikation absolviert haben. Berechtigt sind z.B. Architekten, Ingenieure und qualifizierte Handwerker. Eine zentrale Zulassungsstelle gibt es allerdings nicht. Die dena bietet eine bundesweite Expertensuche an, in der interessierte Gebäudebesitzer nach Eingabe ihrer Postleitzahl einen Experten ihrer Region finden können. Die Qualifikation der Aussteller wird vor der Aufnahme in die Datenbank durch die dena geprüft.

Der verbrauchsorientierte Energieausweis

Der Energieverbrauchsausweis für Wohngebäude und Nichtwohngebäude wird auf Grundlage des tatsächlichen Energieverbrauchs der Nutzer erstellt. Dieser einfachere und deutlich günstigere Energieausweis bewertet die Effizienz eines Gebäudes anhand des gemessenen Energieverbrauchs.

Dabei werden die Energieverbrauchsdaten für Heiz- und ggf. Warmwasser oder andere geeignete Verbrauchsdaten des gesamten Gebäudes der letzten drei Jahre berücksichtigt. Um starke Witterungseinflüsse bei der Bewertung auszugleichen, werden die Verbrauchsdaten mittels Klimafaktoren umgerechnet (klimabereinigt), damit nicht etwa ein sehr kalter Winter zu einer schlechteren Bewertung des Gebäudes führt. Der so berechnete Energieverbrauchskennwert für den Endenergieverbrauch (ab Mai 2014 auch für den Primärenergieverbrauch) ist stark abhängig vom Verhalten der Bewohner bzw. Nutzer. Der künftige Verbrauch des Gebäudes kann aufgrund unterschiedlicher Witterung und einem sich ändernden Nutzerverhalten vom Energieverbrauchskennwert im Energieausweis abweichen.

Als nachteilig beim Verbrauchsausweis kann die Tatsache empfunden werden, dass die enthaltenen Modernisierungsempfehlungen eher allgemein sind, weil Gebäudehülle und Anlagentechnik nicht bewertet werden. Wird das Gebäude nach dem Erstellen eines Verbrauchausweises modernisiert, kann der Ausweis frühestens nach drei Heizperioden aktualisiert werden.

Der bedarfsorientierte Energieausweis

Der bedarfsbasierte Energieausweis berechnet den jährlichen Energiebedarf eines Gebäudes für Beheizung, Warmwasserbereitung und Lüftung. Berücksichtigt werden dafür seine relevanten physikalischen Eigenschaften wie die Größe und Wärmedämmfähigkeit der Gebäudehülle sowie die Anlagentechnik (Heiz- und Lüftungsanlage bzw. die Verwendung erneuerbarer Energien). Messungen vor Ort sind nicht erforderlich. Unter der Annahme von standardisierten Rahmenbedingungen für Witterung und Nutzerverhalten berechnen sich die Energiebedarfskennwerte des Gebäudes für End- und Primärenergie. Im Bedarfsausweis wird schon immer zusätzlich zum Endenergieverbrauch auch der Primärenergieverbrauch bewertet, somit die gesamte Kette der Energiebereitstellung. Wegen der verschiedenen Primärenergiefaktoren der Energieträger (Öl, Gas, Pellets usw.) kann sich der Primärenergieverbrauch von Gebäuden auch bei ähnlichem Endenergieverbrauch deutlich unterscheiden.

Die ermittelten Kennwerte sind aufgrund der standardisierten Annahmen unabhängig vom Nutzerverhalten. Die Modernisierungsempfehlungen im Energieausweis beziehen sich auf die vorhandene Bausubstanz und Anlagentechnik und geben konkrete Hinweise auf Schwachstellen des Gebäudes. Sie können als Grundlage für eine weiter gehende Beratung dienen. Nach einer Modernisierung kann der Bedarfsausweis mit überschaubarem Aufwand aktualisiert werden, um die verbesserte Energieeffizienz des Gebäudes zu dokumentieren.

Unter www.co2online.de erhalten Sie mehr Informationen dazu.

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